Ansiedlung einer amerikanischen Fast-Food-Kette im Kur- und Erholungsort Bad Zwischenahn

Mit der Ansiedlung einer Filiale dieser Fast-Food-Kette wird Bad Zwischenahn nicht attraktiver für junge Gäste, oder glaubt wirklich jemand, das Menschen von weither nach Bad Zwischenahn fahren, nur um feststellen zu dürfen, das der Burger hier genauso schmeckt wie in ihrem Heimatort?

Im Gegenteil, unser noch beschaulicher Ort mit seinem eigenen Charakter, verliert mit wachsender Gleichmacherei an eigenem Ausdruck und wird mehr und mehr zur verwechselbaren Playmobil-Allerweltsstadt.

Darüber hinaus geht es bei diesem Fast-Food nicht mehr allein um ungesunde, dickmachende Nahrungsmittel vermeindlich günstiger Burger oder Chicken Nuggets und dem damit verbundenen modernen Lebensgefühl.

Es geht um die Beeinflussung bereits der Jüngsten. Haben sich doch die Fast-Food-Ketten in ihrer Werbestrategie seit jahrzehnten erfolgreich auf genau diejenigen eingespielt, die am Leichtesten und Nachhaltigsten zu beeinflussen sind: Unsere Kinder.
Und eben diese frühkindheitliche Konditionierung auf vermeindlich „billiges“ Fleisch hat nur allzu häufig eine völlig unkritische Betrachtung dieser Ernährungsweise zur Folge.

Vermeindlich billig, nehmen doch die gesamtgesellschaftliche Kosten und Konsequenzen dieser Beeinflussung  mittlerweile globale Ausmasse an: 
„Billiges“ Fleisch zu produzieren beginnt mit der klimaschädigenden Zerstörung gigantischer Landstriche Südamerikas für die Futtermittelgewinnung der hochsubventionierten und aus unserer Sicht ethisch nicht vertretbaren, industriellen Massentierhaltung der westlichen Zivilisation. 
„Billiges“ Fleisch bewirkt die Verdrängung der bäuerlichen Landwirtschaft in unseren Regionen und hat Auswirkungen bis hin zur lebensgefährlichen Gesundheitsgefährdung aufgrund des weitläufig übermässigen Antibiotikaeinsatzes. 
Erst kürzlich resümierte der bekannte ltd. Veterenärdirektor i.R. H.Focke nach seinem Vortrag „Antibiotika – notwendige Begleiterscheinung der Massentierhaltung“ in Wiefelstede, 
es ist längst nicht mehr 5 vor 12 – es ist bereits 10 nach 12“ und schloss mit „es gibt keinen Erkenntnismangel – aber es gibt ein enormes Handlungsdefizit!

Und nein, wir würden mit der Verhinderung dieser einen Filiale in Bad Zwischenahn sicher nicht die Welt verbessern – aber wir könnten unseren Beitrag dazu leisten, sie nicht schlechter zu machen.

Wir sprechen uns für den Gesundheits- und Erholungsstandort Bad Zwischenahn, für die regionale bäuerliche Landwirtschaft und für die Menschen und Besucher Bad Zwischenahns aus – indem wir diese Gleichmacherei, Gesundheitsgefährdung und Umweltzerstörung nicht gewillt sind mitzumachen.

Edgar Autenrieb und Inga Brettschneider
Mitglieder der Fraktion der GRÜNEN

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